Auf Abwegen in den USA (Teil 2) – oder wie wir im Auffanglager für Obdachlose gelandet sind…

14 02 2010

Wir hatten noch keine 2 Stunden in den Staaten verbracht, da war die Stimmung schon am Tiefpunkt. 2 Faktoren haben dazu beigetragen: Erstens, die Benzinpreise (der niedrigste Preis, den wir an der Tankstelle gesehen hatten war 2.85$), zweitens, und das war an dieser Stelle das Schlimmere, erreichten wir nach ca. 2 Stunden Fahrt plötzlich das Ende der Zivilisation.
Plötzlich ist nicht richtig, es kamen uns nach und nach immer weniger Autos entgegen und die Zahl der Häuser, an denen wir vorbei fuhren, nahm stetig ab, aber dieses Begreifen, dass es nicht der richtige Weg ist, das kam dann plötzlich…
Ich kann es mir nur so erklären, dass uns die Ereignisse am Grenzübergang noch immer beschäftigt haben mussten und das wir deswegen abgelenkt waren und eine Abfahrt wohl verpasst haben mussten. Ich meine die Landschaft war sehr schön, wir sind neben einem Bach her gefahren, umgeben von Bergen, und moosbedeckten, kahlen Bäumen, die ich in Deutschland so noch nie gesehen habe…
Nach ca. 30 Meilen und mehreren Blicken auf die Karte, haben wir dann festgestellt, dass a) der Weg bald an einem größeren Berg in einer Sackgasse endet und dass wir b) in die falsche Richtung gefahren sind. Außerdem gab es keine Möglichkeit irgendwo abzubiegen, d.h. wir mussten den Weg komplett zurückfahren – 1,5 Stunden verloren.

Aber ab da ging es mit der Stimmung auch schnell wieder nach oben. An der Tankstelle haben wir erfahren, dass die Preise nicht für Liter sondern Gallons angegeben werden, d.h. der Preis ist ziemlich günstig (1 gallon = 3.785 Liter). Und wir waren wieder auf dem richtigen Highway – Seattle kam rasch näher. Somit stieg auch die Spannung, wie die Unterkunft sein würde. Und die Story hätte einem guten Mystery-Thriller entspringen können, weil am Ende alles anders kam, als gedacht…

Es war schon im Vorfeld alles ziemlich seltsam gelaufen, wir haben im Internet ein recht günstiges Hostel herausgepickt, allerdings war dort nicht die Adresse, sondern nur eine Telefonnummer angegeben. Nach einem Anruf haben wir dann einen Treffpunkt ausgemacht, wo wir dann abgeholt werden würden. Anscheinend ist es wohl schwer zu finden, so dachten wir, aber andererseits…?
So saßen wir dann im Auto am vereinbarten Treffpunkt, an einer Tankstelle (hatten zwischendurch telefoniert, wussten also, dass jemand unterwegs war), und malten uns die gruseligsten Geschichten aus.
Dann kam ein blauer, alter LKW (sah aus, wie das Auto eines Hundefängers aus) rückwärts angefahren und Anne rief mehr spaßeshalber als ernst gemeint aus: „Hoffentlich ist das nicht er!“, denn dieser Wagen hat unsere schlimmsten Fantasien noch übertroffen…
…und dann stieg der Mann aber tatsächlich aus und kam auf uns zu – es war ein älterer Herr, ca. 65 Jahre, kahler Kopf, dafür weißer Vollbart, etwas schmutzige Jacke, stärker schmutzige Finger.
Er begrüßte uns freundlich, stellte sich als Max vor, erkundigte sich dann aber nach unserem Auto (was ich als ziemlich seltsam empfand). Er bat uns dann darum ihm mit dem Auto zu folgen, und wenn er rechts blinkte dann zu parken. Erst waren wir geschockt (als wir das Auto und den Mann sahen), dann unschlüssig (nachdem er sich vorgestellt hat), aber dann wurde es noch besser: kaum eingestiegen, stieg er wieder aus, winkte uns zu und erklärte, dass wir, wenn uns einer danach fragt, sagen sollten, dass wir ein Notfall sind und von der Kirche/dem roten Kreuz zu ihm geschickt worden sind, weil das kein richtiges Hostel, sondern eigentlich ein Auffanglager für Obdachlose ist…
Ihr könnt euch vorstellen, dass wir an dieser Stelle nicht nur verwirrt, sondern auch ziemlich misstrauisch wurden und kurz davor waren, die Fliege zu machen…
Die Neugier/das Vertrauen/das „Was-auch-immer“ hat dann aber doch gesiegt und wir sind mitgekommen (man kann auch sagen, wir waren zu schwach, um nein zu sagen). Dort wurden wir dann Robert, dem „Landslord“, vorgestellt. Es war ebenfalls ein älterer Herr, der uns aber sofort sympathisch war und das Misstrauen verschwand. Unser Zimmer ist zwar etwas verstaubt, aber dafür recht geräumig (größer als die Bude in Kanada), mit einem Fernseher ausgestattet und kostenlosem W-LAN (wenn das funktionieren würde…).
Wir bezahlten also die 150$, unterschrieben, dass wir uns „between two places“ befinden und sagten wir würden 5 Nächte bleiben. Unsere Erklärung war, dass sie wohl vom Staat unterstützt werden, um obdachlosen Menschen günstig eine Unterkunft zu bieten, und sie jedoch die Zimmer an alle vermieten, um doppelt abzuräumen…
…ich dachte mir auch, dass dieses „sich-an-der-Tankstelle-treffen-und-dann-beiläufig-erzählen-dass-es-kein-Hostel-ist“ wohl ziemlich gut eingespielt sein müsste.

Und heute, 3 Nächte später, nachdem wir die anderen Bewohner kennen gelernt haben, kam die Erkenntnis, und diesmal wirklich plötzlich, wie ein Schlag: Ja, wir hatten diese Art von Unterkunft nicht erwartet, ABER die beiden Herren haben diese Art von Mietern, also UNS genauso nicht erwartet. Offenbar, haben wir bei der Internet-Beschreibung nicht zwischen den Zeilen gelesen, bzw. das „between-two-places“ falsch gedeutet. Und dann machte es auch Sinn, dass er sich bei dem Treffen zuerst nach dem Auto erkundet hatte (weil er verwundert war, dass wir ein solches Auto fuhren) und danach noch einmal zurückkam und uns gesagt hat, dass es kein gewöhnliches Hostel ist (weil er dann erst seine Schlüsse gezogen und realisiert hatte, dass wir gar kein Notfall sind).
Im Nachhinein sollten wir also froh sein, dass er uns überhaupt mitgenommen hatte und nicht andersherum.

Für Interresierte die Internetadresse des “Hostels” – Hättet ihr bei der Beschreibung die richtigen Schlüsse gezogen???

Das kann einem also passieren, wenn man bei günstigsten Preisen nicht genau nachliest, bzw. wenn die Sprache nicht die Muttersprache ist. Alle Wörter zu kennen und ihre einzelne Bedeutung zu wissen, reicht offenbar nicht immer aus.

Wir bereuen es dennoch nicht, weil wir sehr interessante Menschen treffen und kennen lernen durften, und ich denke auch, dass es für sie OK ist, wenn wir bleiben, weil es nur ein paar Nächte sind und nicht mehr.

Advertisements




Auf Abwegen in den USA (Teil1)

12 02 2010

Nur knapp einer 300$ Strafe entkommen, beinahe in der Wildnis umgekommen, um dann am Hostel anzukommen, das eigentlich gar kein Hostel ist… – WOW, war das ein Tag gestern.

Und dabei haben wir (Anne und ich) bewusst darauf verzichtet, eine große Amerikareise zu machen, und wollten alles ruhiger angehen lassen – und dann das…

Der Plan war der, dass wir uns ein Auto mieten und damit eine 12-tägige Reise antreten, wobei wir die Hälfte der Zeit in den USA verbringen und die andere in Kanada – ein Gefängnisaufenthalt war da nicht vorgesehen…
Im Nachhinein, wenn ich das noch einmal Revue passieren lasse, so ganz bin ich immer noch nicht darüber hinweg, dann wäre das jedoch mit ein wenig Pech auch durchaus möglich gewesen…
Man muss dazu sagen, dass ich vorher noch nie in den USA war und einen Heidenrespekt vor der Grenze hatte, weil ich einfach zu viele Geschichten gehört habe, über zu strenge Polizisten, über unangemessene Bemerkungen, über falsche Antworten, die dazu geführt haben, dass so ein Trip mächtig daneben gegangen ist. Konkret: meine Nerven waren schon ein wenig angespannt, als wir am Grenzposten ankamen (schlechte Voraussetzung) – Anne war übrigens total entspannt, sie war ja bereits 2x im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gewesen (das kann noch gefährlicher sein).
Ich glaube aber auch, dass die Polizisten sehr gut geschult und darauf spezialisiert sind eine lockere Atmosphäre zu schaffen, in der man schnell ein wenig fahrlässig wird…
…und ehe man sich versieht hat man – upps – zwei Fragen auf dem Zettel falsch beantwortet (Lebensmittel + Waffen).

Wir haben für die Reise ein paar Kekse, Cola, Möhren und ein paar Früchte mitgenommen. Die Frage „ob wir Lebensmittel mitführen“ habe ich dann auch wahrheitsgemäß mit „JA“ beantwortet. Leider waren wir dann bei den Details – als die wissen wollten, was wir denn alles an Lebensmittel dabei haben – nicht mehr so ganz pingelig. Nachdem mir das Wort für „Möhren“ erst nach längerem eingefallen ist, haben die die Trauben nicht erwähnt, um ein weiteres „Tabu-Spiel“ zu vermeiden. Dass wir dazu noch eine Grapefruit mitführten (danach hatte er explizit gefragt), war mir gar nicht bewusst, und Anne hat einfach nicht damit gerechnet, dass sie das Auto durchsuchen könnten…

Während also ein Grenzbeamter noch unsere Fingerabdrücke nahm, kam der andere mit hochrotem Kopf und den nicht erwähnten Früchten zurück. Dummerweise war die Einfuhr von gerade diesen beiden Früchten nicht gestattet.
Nach einer Moralpredigt seinerseits (normalerweise gibt es eine 300$ Strafe, wenn man falsche Angaben macht – hat er uns gesagt) und einer der Entschuldigung unsererseits und der Versicherung, dass alle anderen Angaben wahr waren, durften wir dann doch einreisen.
Abends habe ich dann das Messer entdeckt, welches Anne mitgenommen hatte (nix großes, eins, was man in der Küche benutzt), und jetzt stellt euch mal vor, die hätten DAS bei der Durchsuchung gefunden (oh man, ich kriege die Bilder nicht aus dem Kopf, wo er mit den Sachen wiederkommt)…
Ich bewundere Annes Gelassenheit und bin froh, dass ich davon nix gewusst habe…

…und beim nächsten Mal geben wir einfach alles, alles, alles an. Das solltet ihr dann auch tun.

Wie wir dann in der Wildnis gelandet sind und vor allem was danach passiert ist, gibt es im nächsten Teil…





Kurzgeschichten

9 02 2010

Der Titel „die Ereignisse überschlagen sich“ würde eigentlich perfekt in diese Periode passen, die ich gerade durchlebe. Leider habe ich diesen schon verwendet, daher will ich die vergangenen Ereignisse in Kurzgeschichten verpacken, wobei ich mich eher kurz halten will.

Die Zeit vergeht wie im Flug, teilweise müssen wir schon an das Ende des Semesters und an die emotionalen Abschiede denken. Es kommt plötzlich einem so vor, als wäre man ewig hier gewesen, als wäre das das Leben…dabei ist die Hälfte noch nicht einmal vorbei. Schon unglaublich, wie schnell man Menschen kennen lernt und echte Freunde gewinnt…und wenn man bedenkt, dass die Welt noch viel mehr zu bieten hat…Leute hört mal auf, euch das Leben der anderen im Fernsehen anzusehen oder noch schlimmer in irgendwelchen, zwielichtigen Blogs nachzulesen, geht mal selbst auf Reisen 😉

Anne ist da

Das ist auch vermutlich DER Grund, warum ich mich die ganze Zeit nicht gemeldet habe und auch keine Zeit habe die Werbetrommel für das Voting zu rühren…jetzt, wo sie da ist, läuft die Zeit nämlich noch schneller…
Das Wahlfach „Verhandlungstechniken“ trägt jedenfalls die ersten Früchte, Anne durfte nach kurzem hin und her bei mir im Zimmer bleiben (auf bescheidenen 15m²), das wurde von der obersten Chefin (wenn auch inoffiziell) genehmigt.
Wir müssen zwar abwechselnd schlafen (das Bett ist gefühlte 50 cm breit), also sie zwei Stunden, dann ich, dann sie, usw. – abgesehen davon ist es eine tolle Zeit mit ihr.
Derzeit planen wir unsere Reise nach Seattle und Vancouver. Die größte Herausforderung ist eine Unterkunft in Vancouver zu finden, wegen den olympischen Spielen ist alles übertrieben teuer und trotzdem ausgebucht. Aber halb so wild: unsere Ansprüche sind ja in den letzten 5 Nächten stark gesunken…

Prüfungsleistungen erfolgreich absolviert

Die drei Präsentationen, die zwei Online-Quizzes, der schriftliche Test und die Hausarbeit in E-Com sind alle gut gelaufen…die Noten für drei der Leitungen sind auch schon bekannt – alles A’s 😉
Allerdings ist das für das Image nicht besonders förderlich – wurde bereits als „nerd“ bezeichnet (Leo.org schlägt hier „hochintelligente, aber kontaktarme Person“ oder „zielstrebiger Computerhacker“ vor – fragt sich, was besser ist?).

Beim Poker alles verloren

Am Freitag, den 5. Februar, habe ich beim ersten Pokerspiel in Kanada als erster Spieler (von 7 Spielern) alle meine Chips verloren. Peinlich war das u.a. deswegen, weil ich mit die größte Erfahrung beim Pokerspiel hatte (für drei Spieler(innen) war es das erste Pokerspiel überhaupt). Gott sei Dank war das weder eine Strippokervariante noch ging es dabei ums Geld – also alles halb so wild…
Neben dem Spiel gab es die besten Spätzle, die ich je gegessen habe (vielen Dank an die Mädels) und interessante amerikanische Countrymusik (nachdem die österreichische Volksmusik abgelehnt wurde)…

Ausblick

Am Mittwochmorgen geht die 10-tägige Reise dann los, wir wollen einige Tage in Seattle, dann in Victoria (Vancouver Island) und dann in Vancouver verbringen.
Ich versuch mich zwischendurch zu melden. Freu mich riesig darauf, auch wenn ein Auge natürlich immer weint (leider müssen wir dabei die drei besten Geburtstagspartys des Jahres verpassen – sorry Mädels…).





Kanada-Blog für die TOP 100 nominiert.

2 02 2010

Unglaublich aber wahr: Ein treuer Leser, ein guter Bekannter oder ein wahrer Freund (oder vielleicht einer der Feinde, der auf meinen Untergang spekuliert?), also irgendeiner von euch hat diesen Blog hier doch tatsächlich für die Top 100 Blogs in der Kategorie Auslandserfahrung nominiert. Vielen, lieben Dank dafür!

Die Web-Statistiken (insbesondere die Rubrik „Referrer“) haben ja die ein oder andere kuriose Geschichte ans Licht gebracht, z.B. dass Leute sich auf anderen Blogs über mich und den Blog beschwert haben, aber in diesem Fall muss ich leider zugeben, dass ich völlig im Dunkeln tappe und keine Ahnung habe, wem ich diesen Eintrag hier zu verdanken habe. Ich muss hier um kurz vor Mitternacht vorm PC sitzen und schreiben und das obwohl ich morgen ein Test schreiben muss…DANKE!

Wie dem auch sei, ich freue mich, und freue mich vor allem über eure Unterstützung. Ich bin mir sicher: gemeinsam schaffen wir es in die TOP 10, das ist mein Ziel. Die ersten drei bekommen auch einen Preis…

Voten könnt ihr indem ihr auch den Link klickt, ihr müsst keine E-Mail-Adresse hinterlassen oder sonst irgendein Formular ausfüllen.
Leider ist der Blog nicht automatisch vorausgewählt. Um diesen trotzdem einfach zu finden, drückt bitte “Strg+F” (es wird ein Suchfenster geöffnet) und dann gebt ihr “in Kanada” ein. Es sollte dann der Blog “Mein Auslandssemester in Kanada” angezeigt werden. Das ist der Richtige. Dann die Checkbox aktiviereren, herunterscrollen und voten.

IX10 - Vote for this Blog

Wenn jemand zwei Computer hat (oder ein mobiles Endgerät ;)), dann steht es ihm natürlich frei, zweimal auf den Link zu klicken ;). Und wenn jemand einen kennt, der auch einen Computer hat, dann…





1/4 der Zeit ist um – Zwischenbilanz

31 01 2010

Wie schnell doch die Zeit in Kanada vergeht. Vier Wochen des Auslandsemesters sind schon rum, ich habe vieles gesehen und erlebt, vieles gelernt und einiges vergessen ;). Wenn man plötzlich anfängt auf Englisch zu denken, dann merkt man auch, dass die Veränderung, von der ich zu Beginn gesprochen habe, tatsächlich stattfindet. Die Träume sind noch glücklicherweise auf Deutsch…
Wie dem auch sei, es ist Zeit auf die Ziele zu schauen und eine erste Bilanz zu ziehen. Das ist nämlich eines der wichtigsten Dinge, nicht nur im Ausland, sondern generell im Leben: man darf die Ziele nicht aus den Augen lassen! Und nicht vergessen, warum und wozu man wo und mit wem ist. Das heißt nicht, dass man sich verzweifelt an jedes sinkende Schiff krallen muss, es ist durchaus sinnvoll, die Ziele zu hinterfragen und ggf. anzupassen, trotzdem lohnt es sich, darum zu kämpfen, auch wenn einige den Kopf schütteln und gehen würden…

So denkt Will Smith (ein unglaublicher Mensch) darüber:

Jetzt aber zu meinen Zielen:

1. Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver im Februar

Nun ja, was soll ich sagen? ICH HABE 2 TICKETS BEKOMMEN ;)!!! Und zwar für das Eishockeyspiel Deutschland – Weißrussland. Das passt insofern ganz gut, als dass viele Verwandte in Weißrussland habe – trotzdem werde ich uns natürlich die Daumen drücken ;).

2. Kennenlernen vieler verschiedener Studenten aus verschiedenen Ländern

Abgehackt. Das war ja viel leichter, als ich gedacht habe. Neben einigen fantastischen kanadischen und deutschen Freunden, darf ich auch mehrere Jungen aus Nigeria, Asien und einen ganz interessanten Jungen aus Finnland zu meinen Freunden zählen (wer der finnischen Sprache mächtig ist, kann auch gerne seinen Blog verfolgen – ich habe aus Spaß ein paar seiner Einträge auf Facebook mit Google übersetzen lassen, das funktionierte auch einigermaßen, lediglich mit meinen Antworten auf Finnisch kam er dann nicht zurecht…). Und außerdem – ganz wichtig – noch ein Mädchen aus Österreich. Hier gibt es glaub ich die größten Kommunikationsschwierigkeiten (nämlich dann, wenn sie mit mir auf Deutsch spricht – andersherum, ich hatte sicherheitshalber nachgefragt, kann sie mich aber überraschenderweise ganz gut verstehen). Glücklicherweise sprechen wir meistens auf Englisch, dann geht’s.
Die entsprechenden Erfahrungen und Erkenntnisse über die jeweiligen Kulturen gibt es dann in einem anderen Beitrag.

3. Ski fahren, ohne ernsthafte Verletzungen

Einmal ist kein Mal. Hier muss ich noch nach wie vor aufpassen. Nächstes Wochenende werde ich das Risiko vermutlich erneut auf mich nehmen ;).

4. Teilnahme an einem Run der Hash House Harriers

Angemeldet habe ich mich mittlerweile – jedoch ist noch nichts zurückgekommen…mal sehen, ist ja noch genug Zeit.

5. Bestehen der 5 Kurse an der TRU

Na gut, es sind nur noch 4 Kurse (ein bisschen Verlust ist immer), die haben es aber ordentlich in sich. Nächste Woche stehen 2 Präsentationen, eine Gruppendebatte, ein schriftlicher Test und die Abgabe einer Hausarbeit an… Meine Strategie?! Ich versuch mich von den Einheimischen einfach durchschleppen zu lassen 😉

Fazit:
Alles in Allem kann man glaub ich sagen, es läuft sehr gut. Mir geht es ganz gut – psychisch und physisch (die Leute von der Auslandskrankenversicherung werden sich die Hände reiben…). Ich freue mich auf die nächsten Wochen (insbesondere auf den Besuch von ANNE ;)) und Tage. Auch wenn mir Freunde, Familie und Arbeit sehr fehlen (ich kann es kaum erwarten, wieder richtig durch zu starten und – hoffentlich – Berge zu versetzen…).





Sun Peaks oder anders gesagt: Hals und Beinbruch

28 01 2010

Also bisher bin ich ja drei Mal Ski gefahren – jedes Mal in der Neusser Halle. Daher sollte das mein erstes Mal auf der richtigen Piste sein…

Hochmotiviert sind wir mit der Sonne aufgestanden und haben uns mit den zwei gemieteten Autos auf den Weg gemacht (Risikofreudig wie wir sind, haben wir auf eine zusätzliche Versicherung verzichtet – die hätte den Preis von 30$ verdoppelt – und hätten somit für jeglichen Schaden, der durch uns, Dritte oder äußere Umstände entstanden wäre, selbst tragen müssen. Und jetzt ratet mal, was auf der Rückfahrt passiert ist…(make an educated guess würde Malkovich sagen)…) … Ja, genau, es ist natürlich nichts passiert – gute Entscheidung diesmal ;).

Ich musste schon schlucken, als ich die steilen Hänge vom Lift aus betrachtet habe. Dagegen ist die Piste im bescheidenen Neuss nicht mehr als eine Kinderrutsche auf einem Spielplatz. Und dann hab ich mich auch noch von Maria dazu überreden lassen die blaue Piste zu nehmen (bin die ersten drei Male mit ihr zusammengefahren (na gut zusammengefahren kann man nicht wirklich sagen, wir sind mehr oder weniger die gleiche Strecke gefahren und sie musste immer im Tal auf mich warten, weil ich die doppelte Zeit dafür gebraucht habe)– die anderen waren alle mit einem Snowboard unterwegs (jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir ein, dass das eigentlich gar kein Grund ist/war nicht zusammen zu fahren – aber am Samstag, war es eben einer ;)). Jedenfalls hat sie gesagt, dass sie auch nicht sooo gut ist, aber dass die blauen Pisten harmlos sind…
Von wegen nicht sooo gut (typische weibliche Bescheidenheit, auf die ich hereingefallen bin) – sie kommt aus Österreich und ist mit Skiern mehr oder weniger aufgewachsen…
…und von wegen “die blauen Pisten sind harmlos…

Ich hab mich überschätzt (wie sollte es auch anders sein) und war heilfroh, als ich mehr oder weniger in einem Stück unten angekommen bin…ich hätte vor allem nie gedacht, dass die Piste so lang ist (man hatte ich einen Muskelkater, und das bereits nach der ersten Abfahrt).

Wie auch immer, wir sind selbstverständlich direkt wieder hoch und haben die nächste blaue Piste genommen (nach dem Motto: schlimmer kann’s nicht mehr werden – kennt ihr die Serie „Die Dinos“? Das Baby der Familie Sinclair war doch immer so erpicht darauf durch die Luft geworfen zu werden und hat immer, nachdem es sich weh getan hat gerufen: “Nochmal, nochmal…”, so habe ich mich dann auch gefühlt ;))…

Die Dinos

Es war echt cool! Mir könnte jedoch ein Besuch im Fitnesscenter nicht schaden, damit ich beim nächsten Mal nicht 4x während der Abfahrt eine Pause einlegen muss…

Naja, wenigstens bin ich nicht auf die Idee gekommen mich auf ein Snowboard zu stellen (zweite Richtige Entscheidung, neben der, keine Versicherung abzuschließen). Sonst hätte ich jetzt womöglich furchtbare Schmerzen am Steißbein 😉







Night Tubing am Harper Mountain

25 01 2010

Ich merke meine Einträge werden länger und länger – wir müssen dem irgendwie entgegenwirken, um den Leser nicht zu verlieren (Ich hab schon die Aufforderung gehört: statt zu Schreiben lieber „mehr zu [Trinken]“ (sehe ich auf den Bildern so durstig aus ;)?). Daher habe ich einen Teil der Tubing-Geschichte in ein Video gepackt (da meine Kenntnisse und Fähigkeiten diesbezüglich jedoch begrenzt sind habe ich dafür länger gebraucht, als für einen Beitrag mit ca. 500 Wörtern). Trotzdem hoffe ich, dass es den Spaß, den wir beim „Hügel-mit-einem-Gummireifen-herunterfahren“ hatten, gut herüberbringen kann…

…das Video hätte genauso gut den Titel „Oh mein Gott“ verdient gehabt – da ich aber möglichst darauf verzichten will, hier öffentlich politische oder religiöse Stellungen zu beziehen, nennen wir es Night-Tubing 😉

Wir hatten wirklich viel Spaß gehabt und viel gelacht (und zwischendurch Hot Dogs und Marshmallows am Lagerfeuer gemacht – die Reise war von „On Campus Housing“ organisiert, wir waren ca. 30 Personen). Etwas blamabel war das „Alle-meine-Entchen-Singen“ im Auto auf dem Weg dorthin (wir hatten 5 Nationen im Auto und jede davon sollte ein Lied des Landes singen…).
Das Lachen (wie sollte es auch anders sein ;)) ist uns dann vergangen, als Johannes nach mehrfachem Durchforsten seiner Jacken- und Hosentaschen, sein Handy nicht mehr finden konnte…
Dieses ist mittlerweile jedoch aufgetaucht und es funktioniert auch noch (trotz einer Nacht im Schnee/Heu), also Entwarnung.


Nach dem Tubing sind wir mit dem Auto aus Kamloops heraus gefahren (schließlich muss man es ja auskosten, wenn man in den seltenen Genuss kommt ein Auto zu haben) und haben uns die Sterne angeschaut (und Muffins (bzw. Kuhfladen, um Johannes Worte zu wählen – es waren die leckersten Kuhfladen gewesen, die ich je gegessen habe) gegessen). Dabei sind diese Bilder entstanden.


Außerdem der Beweis, dass ich bei meiner Arbeit (Dokumentation der Ereignisse) massiv gestört werde (darüber habe ich mich jetzt öffentlich beschwert! – also lasst das gefälligst sein!). Wollte nämlich den Mond filmen und wurde hinterrücks von hinten geschubst (Täter ist nach wie vor unbekannt und/oder auf der Flucht):

Am nächsten Tag (Samstag) sollten wir dann endlich Ski bzw. Snowboard fahren…