Auf Abwegen in den USA (Teil1)

12 02 2010

Nur knapp einer 300$ Strafe entkommen, beinahe in der Wildnis umgekommen, um dann am Hostel anzukommen, das eigentlich gar kein Hostel ist… – WOW, war das ein Tag gestern.

Und dabei haben wir (Anne und ich) bewusst darauf verzichtet, eine große Amerikareise zu machen, und wollten alles ruhiger angehen lassen – und dann das…

Der Plan war der, dass wir uns ein Auto mieten und damit eine 12-tägige Reise antreten, wobei wir die Hälfte der Zeit in den USA verbringen und die andere in Kanada – ein Gefängnisaufenthalt war da nicht vorgesehen…
Im Nachhinein, wenn ich das noch einmal Revue passieren lasse, so ganz bin ich immer noch nicht darüber hinweg, dann wäre das jedoch mit ein wenig Pech auch durchaus möglich gewesen…
Man muss dazu sagen, dass ich vorher noch nie in den USA war und einen Heidenrespekt vor der Grenze hatte, weil ich einfach zu viele Geschichten gehört habe, über zu strenge Polizisten, über unangemessene Bemerkungen, über falsche Antworten, die dazu geführt haben, dass so ein Trip mächtig daneben gegangen ist. Konkret: meine Nerven waren schon ein wenig angespannt, als wir am Grenzposten ankamen (schlechte Voraussetzung) – Anne war übrigens total entspannt, sie war ja bereits 2x im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gewesen (das kann noch gefährlicher sein).
Ich glaube aber auch, dass die Polizisten sehr gut geschult und darauf spezialisiert sind eine lockere Atmosphäre zu schaffen, in der man schnell ein wenig fahrlässig wird…
…und ehe man sich versieht hat man – upps – zwei Fragen auf dem Zettel falsch beantwortet (Lebensmittel + Waffen).

Wir haben für die Reise ein paar Kekse, Cola, Möhren und ein paar Früchte mitgenommen. Die Frage „ob wir Lebensmittel mitführen“ habe ich dann auch wahrheitsgemäß mit „JA“ beantwortet. Leider waren wir dann bei den Details – als die wissen wollten, was wir denn alles an Lebensmittel dabei haben – nicht mehr so ganz pingelig. Nachdem mir das Wort für „Möhren“ erst nach längerem eingefallen ist, haben die die Trauben nicht erwähnt, um ein weiteres „Tabu-Spiel“ zu vermeiden. Dass wir dazu noch eine Grapefruit mitführten (danach hatte er explizit gefragt), war mir gar nicht bewusst, und Anne hat einfach nicht damit gerechnet, dass sie das Auto durchsuchen könnten…

Während also ein Grenzbeamter noch unsere Fingerabdrücke nahm, kam der andere mit hochrotem Kopf und den nicht erwähnten Früchten zurück. Dummerweise war die Einfuhr von gerade diesen beiden Früchten nicht gestattet.
Nach einer Moralpredigt seinerseits (normalerweise gibt es eine 300$ Strafe, wenn man falsche Angaben macht – hat er uns gesagt) und einer der Entschuldigung unsererseits und der Versicherung, dass alle anderen Angaben wahr waren, durften wir dann doch einreisen.
Abends habe ich dann das Messer entdeckt, welches Anne mitgenommen hatte (nix großes, eins, was man in der Küche benutzt), und jetzt stellt euch mal vor, die hätten DAS bei der Durchsuchung gefunden (oh man, ich kriege die Bilder nicht aus dem Kopf, wo er mit den Sachen wiederkommt)…
Ich bewundere Annes Gelassenheit und bin froh, dass ich davon nix gewusst habe…

…und beim nächsten Mal geben wir einfach alles, alles, alles an. Das solltet ihr dann auch tun.

Wie wir dann in der Wildnis gelandet sind und vor allem was danach passiert ist, gibt es im nächsten Teil…

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