Die Ereignisse überschlagen sich.

7 01 2010

Ich hatte heute eine interne Krisensitzung.
So kann es einfach nicht weiter gehen!
Die Ereignisse überschlagen sich hier und ich komm mit dem Schreiben einfach nicht hinterher. Es gibt so vieles, was ich schreiben würde, so viele Dinge zu erzählen, so viele Erfahrungen zu teilen. Und doch wird der Anstand zwischen dem, was ich noch erzählen will und dem was passiert ist, immer größer…
Ich glaub ich muss mich einfach von der Illusion trennen, dass ein Blog all das leisten kann. Ich kann euch nur bedingt mit auf diese Reise nehmen, immer lediglich für einen kurzen Moment. Vielleicht sollten wir uns einfach auf das Wichtigste beschränken.

Wie dem auch sei (Ein solcher Ausdruck hilft immer, probiert das mal aus.). Am Sonntag und am Montag waren die Orientierungstage. Zum ersten Mal sollten alle neuen, internationalen Studenten auf einander treffen und – auch ganz wichtig – es sollte ein Englischtest absolviert werden, der darüber entscheidet, an wie vielen Kursen man teilnehmen kann. Ich bin also mit gemischten Gefühlen aufgewacht. Wen würde ich heute kennen lernen? Wen nicht? Wie würde der Test sein? Und muss ich diesen überhaupt absolvieren (die Informationen darüber waren widersprüchlich)?

Zumindest beim letzten Punkt hatte ich Glück, als europäischer Austauschstudent musste ich das nicht. Beim ersten Punkt ist es jetzt zu früh, um von Glück oder Pech zu sprechen.
Auf jeden Fall war es mal wieder sehr interessant (ich “fette” zum ersten Mal, also heißt es auch, dass es interessant war) den Gruppenbildungsprozess zu beobachten, d.h. wie die Leute aufeinander zugehen, wie sie miteinander umgehen, wie man versucht, Personen wieder loszuwerden, usw…
Dabei habe ich zwei Dinge festgestellt:

1. Es ist ziemlich einfach in Kanada neue Menschen kennen zu lernen. Ich habe z.B. schon Chris, Bryan, Trevor, Kyle, Anne-Marie, 2x Nicole, Andrey, Angelina, Ginger, Drew (das ist ein Junge), Kenny, Rayman, 2x Justin (übrigens beide aus Asien), Moe, Amy, George, Yij Chen, Karrie, Karry, Deborah, Marcel, Nikita, Kevin, Mirjam, Sarah, Mehmet, Chelsey, Maria, Thea, Marlene, Lisa, Shannon, Daniel, und ca. noch einmal so vielen, deren Namen und Gesichter ich mir nicht gemerkt hab, die Hand geschüttelt. Hierzu denken sich die Dozenten nette Spiele wie Speeddating aus, oder aber man geht einfach die Straße entlang, denkt sich nichts böses und wird von drei kanadischen Mädels angesprochen – auch ein Unterschied zu der deutschen Kultur. Oder aber, das war bei den asiatischen Freunden recht lustig: wenn man einen kennen gelernt hat (weil man ihn z.B. nach dem Weg gefragt hat), dann a) wird man von ihm wiedererkannt und b) man wird wiederum seinen Freunden vorgestellt. So habe ich z.B. 4 Studenten aus Asien (es sind sehr viele Studenten aus Asien hier, sie vertreten die größte internationale Gruppe) auf einmal kennen gelernt. Lee hat sich übrigens bei mir entschuldigt (er hat mir mal den Weg etwas falsch erklärt) und ich hab’s dann auch (um die deutsch-asiatische politische Beziehung nicht noch mehr zu strapazieren) dabei belassen.

2. Habe ich die Erfahrung gemacht, dass obwohl überraschend viele deutsche Studenten hier sind (ich würde mich soweit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass nach den Studenten aus Asien, die gefühlt meisten Studenten aus Deutschland kommen), ich irgendwie mit den ausländischen Gruppen besser zurechtkomme und mich vermutlich (abgesehen von meinem Kollegen aus Brühl) mit einem russischen Paar (Andrey & Lena) am besten verstehen werde. Einfach, weil sie in meinen Augen unkompliziert, offen & ehrlich, aufrichtig und bescheiden sind (Jetzt werden meine Kritiker sicher schreien: “War ja klar, du hast ja selbst russische Wurzeln!” – Doch es ist einfach das, was ich erlebt und so interpretiert habe).

Gestern hatten wir übrigens zum ersten Mal die erwartete Kälte (-20°C, zumindest nachts). Davor war es recht warm, so um den Gefrierpunkt herum. Heute dann -9°C, aber mit Handschuhen, der geschenkten Mütze und dem Schal, einer warmen Jacke und einer langen Unterhose (sie ist alles andere als sexy ;)) geht es sehr gut.
Ich habe mal bei Galileo einen Beitrag über einen Ort gesehen, wo Leute draußen heißes Wasser aus einer Tasse geschüttet haben und dieses dann in derr Luft zu Eis gefror. Bei Gelegenheit will ich dieses Experiment hier mal nachmachen 😉

Advertisements

Actions

Information

9 responses

7 01 2010
Anna

Hallo Bruderherz! Freut mich das die die warmen Unterhosen Freude berieten. Bei uns ist es übrigens auch sehr sehr kalt. Ich hatte heute drei paar Hosen an!
Nebenbei möchte ich dir ein kleines Rätsel aufgeben falls du mal nachts nicht schlafen kannst, dass du dann weingstens eine Beschäftigung hast… oder so ähnlich.
Also dann:
Setze zwischen die Zahlen an zwei beliebigen Stellen ein Rechenzeichen damit eine wahre Aussage entsteht!
2 3 4 5 6 7 = 2010

Liebste Grüße deine Sis

7 01 2010
Ivan

Oh man, ich war die ganze Zeit auf der falschen Faehrte, weil ich die Aufgabenstellung nicht richtig gelesen habe. Dachte man muss zwischen jede Ziffer ein Zeichen setzen. So ist es relativ einfach: man multipliziert 2345 mit 6/7, also 2345*6/7, dann bekommt man 2010.

Aber du hast wohl auch nicht richtig gelesen, wenn du glaubst ich wuerde mich langweilen 😉 Ich schaff es gerade noch so, die ganzen neuen Eindruecke zu verarbeiten…

7 01 2010
Julia

hehe das mit den deutschen war bei uns auch so. hab mich auch immer gefragt wieso sich die ganzen deutschen im ausland so zusammenrotten, ich mein deutsche kann ich in deutschland doch wohl genug treffen. naja mein tipp wäre dann das was du ja auch schon tust: pass auf, dass du nicht irgendwann zu “the Germans” gehörst 😉

7 01 2010
Eli

Oh, Ivan! Du bist in Kanada – große Überraschung. 🙂 Das muss ich weitererzählen.
Interessant, was du alles so schreibst, ich bin gespannt auf mehr. 🙂 Big Eli is watching you.
Dir weiterhin viel Erfolg und eine schöne Zeit.
Bis bald 🙂

8 01 2010
holycanada

Ich hab mich schon gefragt, wann du dich wohl meldest ;).
Freut mich wenn’s dir gefällt, Danke und bis bald!?

8 01 2010
Eli

Bis bald in deinem Blog, meinte ich 🙂

8 01 2010
kathrin

Dann lasse ich auch mal einen Kommentar da.
Wie siehts aus mit der Karte für die Olympischen Spiele…gibts da schon was neues 😉 ??
Liebe Grüße aus dem wärmeren Fullerton!!

8 01 2010
Josi

ivan,
es macht richtig spaß deinen blog zu lesen! bei jeder zweiten zeile muss ich richtig lachen. ich fühle mich sehr in die zeit in halifax zurück versetzt. Und na klar, alles kann man hier nicht festhalten. Das soll man auch garnicht. Dafür erlebst du ja alles hautnah und saugst die tollen eindrücke nur so in dir auf.

die -20 Grad werden wir wohl aktuell in deutschland nicht erreichen, aber es ist schon am tag bei uns schweine kalt. zumindest heute morgen und übers wochenende – dem blizzard “daisy” sei dank.

ich schicke viele grüße nach west-canada!

Ps.: Hast du schon mal wegen tickets zu den olympischen spielen geschaut?
Ps.: Vor dem joghurt hätte ich dich warnen sollen. Niemals fettreduzierten kaufen = schmeckt nach wasser mit milch, nur noch schlimmer. Niemals mit geschmack kaufen = schmeckt künstlicher als wackelpudding. Dafür ist die SourCreme (auch nicht reduziert holen, wenn dann ab auf die Hüften) lecker. 🙂

9 01 2010
Ivan

Josi,
Freut mich, dass es dir gefällt 🙂

Der Eindrücke-Strom hört einfach nicht auf. Die Tickets sind in Arbeit – da habe ich noch eine Überraschung im Petto…
Und ja der Joghurt, ich mach mir einfach selbst welchen oder esse nur noch Brot (aber selbst der ist irgendwie komisch).

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s




%d bloggers like this: