Die Anreise

4 01 2010

Nach halb verschlafener Silvesternacht war es am Morgen des 1. Januars dann endlich/leider soweit: der Beginn einer langen Reise (um nicht zu sagen Odyssee) , die mich für immer verändern sollte (dass sie mich ändern wird, davon bin ich überzeugt, ob zum Guten oder zum Schlechten hin, wird sich noch zeigen).

9.45 Uhr:
Die höchst emotionalen Abschiedsszenen erreichten am Kölner Hauptbahnhof ihren Höhepunkt, sodass ich nach nur 3 min. seit Beginn der Fahrt zum ersten Mal in Erklärungsnot geriet, als sich eine ältere Frau mir gegenüber setzte und ich ihr aufgelöst erklären musste, dass ich meine Freundin für eine lange Zeit nicht sehen werde (Wir saßen übrigens in einem durch eine Glastür/-wand abgeschotteten 5-er Abtei der 2-ten Klasse die ganze Fahrt lang nur zu zweit, während sich „draußen“ die anderen Fahrtgäste um die anderen Plätze prügelten.).

10.55 Uhr:
In Frankfurt angekommen ging es problemlos durch alle üblichen Stationen: Check-in, Abgabe des Gepäcks (ich hatte genau 40kg – so viel waren meines Wissens auch erlaubt), Sicherheitskontrolle (verschärft seit dem misslungenen Attentat, aber noch ohne den Nacktscanner), Boarding. 13.15 Uhr war ich dann in der Luft.

Ca. 23.20 Uhr (14.20 Uhr kanadische Ortszeit – die Differenz beträgt 9 Stunden):
Landung in Vancouver, drittgrößte Stadt in Kanada. Auch hier ist alles reibungslos verlaufen: Zollkontrolle (ich habe 2 Orangen und eine Banane in das Land eingeführt), Immigration – als Europäer bekommt man vor ort ein kostenloses Visum für 6 Monate, Weiterflug nach Kamloops (3.30 Uhr).

4.30 Uhr (19.30 Uhr):
Ankunft in Kamloops.
Studentenwohnheim, mein Zimmer ist ganz unten rechts im Bild

Ich wollte nun per Taxi zum Studentenwohnheim fahren und meine größte Sorge war die, dass die Rezeption dort nicht besetzt war und ich keinen Schlüssel bekäme, weil wir ja dort immer noch den 1. Januar – also einen Feiertag – hatten. Und die Mitarbeiter der Thompson Rivers University (TRU) hatten besonders darauf hingewiesen, dass man möglichst am Werktag und dann auch tagsüber ankommen sollte. Alternativ hätte man die Uni per Fax darüber informieren müssen, wann man ankommt, damit sie sich darauf einstellen können. Das Fax hatte ich am 23.12. auch versendet, jedoch bis zur Abreise keine Rückmeldung erhalten (Die TRU ist vom 24.12. bis zum 04.01. offiziell geschlossen).
Den Erfrierungstod vor den Augen, war ich also nervlich schon ein wenig angespannt. Hier hatte ich jedoch doppelt Glück, zum einen wurde ich von einem Einheimischen mit dem Auto mitgenommen (25$ gespart 🙂 – der Verdacht bestätigt sich, dass die Kanadier tatsächlich freundlich und hilfsbereit sind), zum anderen war auch einer da, der mich begrüßt und eingecheckt hat (Die Rezeption ist, wie sich dann herausgestellt hat, rund um die Uhr besetzt, auch an Feiertagen.).
Beim Betreten des Zimmers musste ich erstmal schlucken. Im Vergleich zum Kölner Apartment, das ja auch schon nicht gerade eine Villa ist – dafür aber gemütlich ;), ist das hier nicht mehr als ein begehbarer Kleiderschrank.
Dafür habe ich noch am gleichen Abend meinen ersten (und bisher einzigen) Mitbewohner kennen gelernt: Kayman aus China (hinter Ziel 2 kann ein Hacken gesetzt werden). Er hatte mich nämlich ganz frech – durch Klopfen an meine Tür – aus dem Bett geholt, kurz bevor ich nach langen, gefühlten 48 Stunden (ich konnte unterwegs nicht wirklich schlafen) endlich eingeschlafen bin. So macht man sich natürlich Freunde 😉

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