Reise durch Nordamerika – Teil 3: Vancouver

20 04 2010

Heute leicht verspätet in 2 bzw. 4 Jahren aber wieder brandaktuell: der letzte Part der Noradamerikareise, die ich mit Anne angetreten und größtenteils unbeschadet überstanden habe. Man sagt dazu auch: noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen…

Wenn ihr euch noch daran erinnert, sind wir in Teil 1 nur knapp einer 300$ Strafe entkommen und haben in einem Heim für Obdachlose übernachtet.
Nach eher „langweiligeren“ Tagen auf Vancouver Island (Victoria) haben wir den Kick in Vancouver gesucht und ich sage euch: wir haben ihn gefunden…

Folgendes hat mir mein Vater mit auf den Weg gegeben:
Er hat gesagt: Junge, im Grunde kannst du dort drüben (in Kanada) machen was du willst. Aber Eines will ich dir aber mit auf den Weg geben: Wenn du die Gelegenheit bekommt, musst du unbedingt zu den olympischen Spielen gehen. So eine Chance wirst du vielleicht nie wieder haben…
Und auch von anderen Stellen hab ich Ähnliches gehört: Olympia, Olympia, Olympia.
Interessant ist es deshalb, weil wahrscheinlich niemand hin gegangen wäre, wenn die olympischen Spiele in Deutschland stattgefunden hätten, aber wenn man im Ausland ist und dann findet so ein Ereignis statt, dann muss man unbedingt hin…
Wie dem aus sei, bereut haben wir es nicht, es war schon sensationell!!!

Zunächst einmal zur Stadt:
Die Atmosphäre war schon ziemlich beeindruckend: sehr viele Touristen, Helfer, überall rot und weis, hunderte von kanadischen Flaggen, „Go Canada Go“ auf allen Bussen, in den Schaufenstern der Läden und auf großen Schildern.
Die Innenstadt war teilweise gesperrt und mit den Bussen kam man auch nicht schneller vorwärts als zu Fuß. Ich persönlich muss sagen, dass es anfangs sehr aufregend war, auf Dauer aber auch recht anstrengend…

Da alle Hostels, Hotels und auch sicherlich alle Obdachlosenheime ausgebucht waren (obwohl während dieser Zeit teilweise das fünf- bis zehnfache des Preises verlangt wurde) wussten wir von Beginn an, dass wir die Nacht im Auto verbringen würden. Sicherheitshalber haben wir eine Decke mitgenommen. Wir haben auch erwartet, dass es kalt werden würde (die Temperaturen waren nachts um den Gefrierpunkt), aber WIE kalt es sein würde…hätte mir das einer vorher gesagt, ich hätte da sicherlich nicht mitgemacht.
Wir haben alle 60 Minuten den Motor angemacht, um das Auto aufzuheizen und es war trotzdem so eisig, dass ich am Ende die Minuten gezählt habe, bis die Sonne dann aufgegangen ist. Die beste Voraussetzung übrigens, wenn man am nächsten Abend eine 4-stündige Autofahrt vor sich hat…

Trotzdem haben wir es uns am nächsten Tag gut gehen lassen, Fahrräder gemietet und eine Tour rund um die Küste gemacht (bis wir einen platten Reifen hatten). Und das Hockeyspiel, es war unser erstes Live-Spiel überhaupt, war auch ziemlich spannend gewesen (auch wenn Deutschland am Ende mit 3:5 gegen Weißrussland verloren hat).

Das Einzige was uns etwas Sorgen bereitet hat war die Rücktour. Wir wussten, wir würden beide nach dem Hockeyspiel müde sein (23.00) und hätten dann noch ne lange Rückfahrt auf einem leeren, dunklen Highway – einlullender hätte es nicht sein können.
Doch wie so oft in den letzten Tagen, half uns der Freund und Helfer: die Polizei! Auch wenn es wieder mal aus judikativer Sicht betrachtet grenzwertig gewesen ist.
Ich meine mir ist das Herz schon die Hose gerutscht, als plötzlich das Blaulicht mit Sirene hinter uns anging und wir rechts ran fahren mussten. Mit anderen Worten: Wir haben die Auffahrt zum Highway gesucht, nicht so eine Konfrontation…zumal danach erst einmal gar nichts passierte: Wir saßen im Auto und niemand kam.
Irritiert stieg ich dann schließlich aus. Ich war sogar so verwirrt, dass ich die Aufforderungen des Polizisten mich, ‚zu unserer beider Sicherheit’, wieder ins Auto zu setzen, zunächst einmal ignoriert habe (bitte nicht zu Hause nachmachen).
Kurz bevor er dann abgedrückt hätte, ist seine Botschaft dann doch bei mir angekommen und ich hab mich schleunigst wieder ins Auto gesetzt. Wir konnten uns bei bestem Willen nicht vorstellen, dass wir irgendwas falsch gemacht haben könnten und umso schockierter waren wir dann, als er die Frage, ob wir eine Regel verletzt haben, mit „Ja“ beantwortet hat.
Anscheinend sind wir nämlich zwei Mal bei ‚gelb’ über die Kreuzung gefahren… Das Herz, das sich zwischenzeitlich in der Hose gemütlich gemacht hatte, setzte für einen Moment komplett aus.
Umso überraschter war ich dann, als sich seine Miene bei den Worten „wir sind auf der Suche nach dem Highway“ total veränderte und er fr…sagte: „Ihr habt euch verfahren?!“
Seine Aussage haben wir dann so verzweifelt klingend wie möglich bejaht und er erklärte uns kurzerhand, dass er vorführe und uns dem Weg zum Highway zeigen würde. Von Strafe war keine Rede mehr.
Und so wurden wir dann freundlich aus Vancouver eskortiert und hatten so viel Adrenalin im Blut, dass wir ans Schlafen noch nicht einmal denken konnten.
Natürlich war es am Ende trotzdem hart (vor allem die letzten 60 Kilometer), und doch sind wir heil und glücklich zu Hause angekommen.

Im Nachhinein betrachtet, war das Aussteigen aus dem Auto und auf den Polizisten zugehen (hatte ich die Hände in den Hosentaschen? ;)), vielleicht sogar ein genialer Schachzug, der das Bild „verwirrte und bedürftige Touristen“ erst vervollständigt hatte. Aber das werden wir wohl nie erfahren…

So und nach so viel Text, habt ihr euch das Video verdient ;)!

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Noch zwei Wochen – Endspurt

16 04 2010

Es ist schon seltsam, beinahe beängstigend, wie schnell die Zeit vergeht aber auch, wie sich das Zeitgefühl, abhängig von der Situation verändert.
3,5 Monate sind vergangen, seit ich mehr oder weniger ängstlich, zumindest jedoch etwas unsicher, die kanadische Grenze überschritten habe. So unendlich lang schien die Zeitperiode, die ich hier verbringen sollte/wollte. Und nun, nach mehr als hundert Tagen, 8 Präsentationen, 7 Klausuren (die 8-te und letzte werde ich in zwei Stunden schreiben), gefühlten Hunderten von neuen Freunden, Tausenden von neuen Eindrücken und Millionen von Litern Bier – ach Quatsch 😉 – sind es plötzlich nur noch zwei Wochen bis zum Abflug.
Das macht einen schon nachdenklich.

Einerseits scheint es, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich mit mehr Glück als Verstand in dem Studentenwohnheim angekommen bin. Auf der anderen Seite hab ich mich so sehr an das Leben gewöhnt, an die ekligen morgendlichen Spuckgeräusche meines Zimmernachbars, wenn er sich die Zähne putzt, an das laute, plötzliche Brummen des Kühlschranks, wenn die Kühlung wieder anspringt, usw., als würde ich ewig hier wohnen.
So sehe ich auf dem Abflug mit gemischten Gefühlen entgehen: zur wachsenden Freude darüber, dass ich meine Familie wiedersehen werde (als ich das hier erzählt habe, sind die Leute in schallendes Gelächter ausgebrochen – versteht das einer?) mischt sie eine gewisse Traurigkeit, das Leben und die Freunde hier zurück zulassen.

Ja, ich glaube ich habe mich verändert. Neben der drohenden Poker-sucht und dem besseren Englisch, glaube ich meine Kommunikationsfähigkeiten weiter entwickelt zu haben. Einmal, durch das Studieren und Anwenden des Buches „How to Win Friends and Influence People“ (das ich übrigens allen empfehlen kann) aber vor allem durch die vielen, vielen erlebten und beobachteten Gesprächen mit Menschen aus den verschiedensten Ländern.
Ich glaube so ein Auslandssemester ist bestens hierfür geeignet, man kann das „Menschen-kennen-lernen“ sehr gut trainieren und den interessanten Gruppenbildungsprozess vielmals begleiten.
Wie dem auch sei, meinen Humor habe ich glaube ich noch nicht verloren 😉

Leider ist es mir nicht gelungen weiterhin regelmäßig Blog-Einträge zu veröffentlichen, zum einen weil der Rat eines erfahrenen Arbeitskollegen „mehr zu feiern“ einfach zu einleuchtend war, zum anderen habe ich mir mit dem Erstellen der Videos das Leben zu schwer gemacht, indem ich den Aufwand aber auch die Messlatte zu hoch geschraubt habe und somit nicht genügend Zeit hatte, um umfangreiche Bilderstrecken zu erstellen, aber mich wiederum auch nicht mehr mit einfachen Texteinträgen begnügen wollte. Das Ergebnis ist euch ja bestens bekannt.

Trotzdem hoffe ich noch, euch vor dem Abflug das ein oder andere heitere Erlebnis mitteilen zu können, um die Vorfreude auf mich aber auch euren Neid weiter zu schüren 😉
Oder ist das für unsere Beziehung eher kontraproduktiv?

Wie dem auch sei, jetzt schaue ich mir zum letzten Mal meine Notizen an, um auch die letzte Klausur mit Anstand zu bestehen (die bisherigen war alle im positiven grünen Bereich).

Liebe Grüße aus hinter dem großen Teich,
Euer Ivan





Frohe Ostern

6 04 2010

Als ich heute Morgen von Miriam ein Schoko-Ei zur Begrüßung bekommen habe, da hatte auch mich das Osterfest eingeholt.

Die letzten Tage waren recht intensiv, Examen, die letzten, größten und wichtigsten Präsentationen sowie ein 25-minütiges Verkaufsgespräch, das auf Video aufgezeichnet wurde und bewertet werden soll, haben mich doch ganz schön auf Trab gehalten und so haben die kommenden Feiertage mich eher traurig gestimmt. Es gibt einige Tage, die man einfach zusammen mit seiner Familie verbringen muss, wie Weihachten zum Beispiel, oder eben auch Ostern. Und ich habe nicht erwartet, dass ich dieses Jahr ein Osterfest haben werde.
Meine Freunde sollten mich jedoch eines Besseren belehren und diesen Tag zu etwas Besonderem machen. Vielen Dank dafür, das ist euch wirklich sehr gut gelungen 😉

Zunächst haben wir morgens an einer Messe der Freikirche „Kamloops Alliance Church“ teilgenommen. Es war für mich ziemlich interessant, weil ich bisher nur Messen einer eher traditionellen evangelischen Kirche besucht habe und Aktionen wie Klatschen nach einem Lied, Händeschütteln mit dem Nachbarn und Geistliche in Businessanzügen sehr neu für mich waren. Zusammenfassend würde ich sagen, dass dort Ostern enthusiastischer gefeiert wird. Es wird mehr gesungen und die Lesung kommt eher kürzer. Dafür war das Publikum recht jung: neben einigen älteren waren auch viele junge und sehr junge Menschen dort, teilweise haben die Kinder während der Messe mit Spielzeug gespielt oder z.B. gemalt, um sich zu beschäftigen, was ich mir in unseren Kirchen eher weniger vorstellen könnte.

Nachmittags sind wird dann auf einen der Berge gestiegen, um dort Ostereier zu verstecken und zu suchen (tolle Idee Maria) – wir hatten einen schönen Picknick bei bestem Wetter. Nur auf dem Rückweg ist leider der Korb mit den Eiern umgefallen, als der Korbträger beim Abstieg ausgerutscht und hingefallen ist (Eier und Träger sind mittlerweile wohlauf ;)). War aber halb so wild, meine Hose ist nicht dreckig geworden 😉 – und wir haben alles wieder aufsammeln können.

Zur Krönung des Tages gab es ein leckeres 5-Sterne-Dinner mit Putenbrust, Stampfkartoffeln, Gemüse und Salat. Und zum Nachtisch weitere Schoko-Eier – ich war ganz schön voll.
Da störte es mich auch wenig, dass ich von einigen wenigen geärgert wurde (irgendwie müssen immer einige aus der Reihe tanzen…)– oder war das andersherum…?

Abgerundet haben wir den Abend mit ein paar Dosen Bier, die Maria und ich kurzfristig beim Liquor Store geholt haben – was will man(n) mehr?

Im Laufe des Tages werde ich noch die Bilder des Tages einstellen/ oder in einem Kurzvideo zusammenfassen.

Ich wünsche euch auch noch einen schönen Ostermontag, den ihr hoffentlich mit eurer Familie verbringen könnt.





Der erste Schritt zum Rausschmiss aus dem Wohnheim ist getan

19 03 2010

Ich unterbreche das Rahmenprogramm mal für eine dringende aktuelle, wenn auch nicht mehr brandheiße aber immer noch lauwarme, Meldung. Eigentlich hatte ich den „Rausschmiss aus dem Studentenwohnheim“ nicht als einer meiner Ziele auf der Liste gehabt. Und ich war ja bisher ein gesetzestreuer Tourist. Trotzdem wurde dieser Prozess gestern angestoßen und der erste von drei bzw. vier dafür notwendigen Schritten ist bereits vollzogen worden…

Kennt ihr diese Tage, an denen man morgens aufwacht, alles scheint bestens zu sein, man ist voller Mut und Energie, bereit für große Taten und plötzlich, 19 Stunden später, fragt man sich: „Heiliges Kanonenrohr, wie bin ich da nur rein geraten? Der Tag hatte doch so gut angefangen, ich bin früh aufgestanden, war voller Mut und Energie, bereit für große Taten und jetzt, 19 Stunden später, frag ich mich: ‚Heiliges Kanonenrohr, wie bin ich da nur rein geraten? Der Tag…’“
Das war einer dieser Tage.

Also angefangen hat es damit, dass wir den St. Partick’s Day hatten. In Kanada bedeutet das: alle ziehen sich grün an und trinken auf den irischen Heiligen, meistens grün gefärbtes (selten irisches) Bier. Mit anderen Worten, der Thirsty Thursday wurde dieses mal auf Mittwoch verschoben, die Studentenkneipe Heroes wurde um zwei weitere Räume erweitert, man rechnete mit ca. 1500 Studenten (normalerweise gehen nicht mehr als 200 dort hin).

Studenten im Heroes


Alles lief bestens, ich musste noch in einen Klamottenladen, weil ich kein grünes T-shirt hatte, und kam nach 15 min mit dem perfekten Oberteil wieder heraus. Johannes hat uns Zweien dazu noch einen Hut besorgt (stellt euch mal vor, es gab sogar welche, die grüne Unterwäsche getragen haben sollen).
Wir verabredeten uns für 9 Uhr und kamen um 9.10 dort an. Da war die Bar schon gut gefüllt und die Theke ziemlich voll, sodass man ca. 15 min warten musste um an ein Getränk zu kommen. Dann passierte eben das, was passiert, wenn man in einer Bar ist, es wird getrunken, gelacht und getanzt und 4 Stunden später wird das Ganze dann langsam aufgelöst. Das war für uns natürlich etwas zu früh…

…also sind wir (eine gemischte Gruppe aus 7 Personen) danach noch auf mein Zimmer gegangen (nicht ohne vorher beim Johannes gewesen zu sein, eine Flasche mit einer klaren Flüssigkeit und auf dem Weg zwei weitere Frauen kennen gelernt und mitgenommen zu haben).
Ich würde an dieser Stelle auch behaupten, dass wir in der Masse, neben grölenden Studenten, die sich teilweise auf den Schultern anderer tragen ließen, um dann auf einen Tisch umzukippen, noch sehr fit aussahen und man uns nicht anmerken konnte, dass wir heute irgendwelche Regeln brechen würden.

In dem Zimmer haben wir uns dann halt, wie man das so macht, unterhalten, Musik gehört, etwas getrunken und gesungen. Das war dann auch der Fehler, der uns zum Verhängnis wurde: Nein, nicht das Trinken, sondern die Kombination aus Musik hören und selber singen. Wenn man singen will, nebenbei aber die Musik hört, dann muss man natürlich etwas lauter singen, um die Musik zu übertönen. Wenn man Musik hören will, nebenbei aber gesungen wird, dann muss man natürlich die Musik etwas lauter drehen. Und so kräuselt sich die Teufelsspirale…

Johannes, trink's! Trink es aus!


…und plötzlich, 2 Stunden später, darf man erfahren, wie schnell sich so eine Partygesellschaft auflösen kann, wenn nur die richtigen Hebel bewegt werden:
In diesem Falle war es ein lautes Klopfen an der Tür, dann Stille, dann mein Wunsch, „Könnt ihr mal kurz unsichtbar werden?“, der nicht in Erfüllung gegangen ist, dann das Tür-öffnen und die Frage: „Heiliges Kanonenrohr, wie bin ich…“

Der Wachmann, schaute nicht besonders freundlich aus und bat uns/meine Freunde mit Nachdruck nach Hause zu gehen. Er sei wohl zum dritten Mal an unserem Zimmer vorbeigegangen und als er uns ein Haus weiter (das Studentenheim besteht aus drei größeren Gebäuden) immer noch gehört hat, ist ihm dann der Kragen geplatzt (er hat es natürlich anders formuliert). Als Folge dessen mussten alle gehen und ich habe eine mündliche Verwarnung in schriftlicher Form (Habt ihr so etwas schon mal gesehen? Und da soll Deutschland bürokratisch sein) erhalten. Mein Angebot auf einen Schluck Vodka hatte er dankend abgelehnt.

Ich habe mich bei ihm für den Hinweis, dass wir zu laut gewesen sind, bedankt, mich vergewissert, dass keiner von meinen Nachbarn sich beschwert hat und ihm Recht gegeben, dass es wirklich spät sei. Seine Miene hellte sich daraufhin auf und ich glaube er war nicht weit davon entfernt, mich auf ein Bier einzuladen. Ich hätte dankend abgelehnt.

Dies ist eine mündliche Verwarnung


Den Zettel gab’s trotzdem. Fehlen noch die schriftlichen Verwarnungen 1&2. Bei weiteren solchen oder ähnlichen Fällen, würde ich dann das Wohnheim verlassen müssen.
An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass Regeln dazu da sind eingehalten zu werden und unser Verhalten unfair gegenüber unseren Nachbarn gewesen ist. (Wie ein Zimmernachbar letztes Wochenende bis 5 Uhr morgens gefeiert hat, werd ich in einem der nächsten Einträge erzählen…).

Das Lied des Abends:





Reise durch Nordamerika – Teil 2: Victoria

16 03 2010

Tadaaaaaaaaa, da ist das Ding, DA IST DAS DING!!! Hm, ich vermisse den Fußball. Auch wenn die Ergebnisse mich zumindest teilweise trösten. Schalke könnte ja mal zwischen durch zumindest stolpern…

Anyway, Victoria, man traut es ihr (in meinen Augen ist das eine weibliche Stadt, also „sie“) gar nicht zu, ist doch tatsächlich die Landeshauptstadt von British Columbia. Dabei ist sie viel, viel kleiner als Vancouver, aber deswegen nicht weniger schön, ganz im Gegenteil.

Anjas heißem Tipp folgend (sie schwärmt von Vancouver Island ;)) haben wir dort also 4 Nächte in, diesmal, einem richtigen Hostel verbracht, dem HI-Hostel direkt am Wasser. Das Wetter war diesmal bestens, die Sonne hat den ganzen Tag geschienen und daher waren wir viel draußen, sind gewandert und Boot gefahren…

…aber die Details verrät das Video 😉

Beim Wahle watching hatten wir ein Riesenglück, normalerweise beginnt die Saison im April und viele Unternehmen bieten das gar nicht an. Wir haben es trotzdem probiert, auch wenn die gesagt haben, dass die Wahrscheinlichkeit bei 50 zu 50 steht. Aber unser Kapitain hat einen Tipp von einem Fischer bekommen, dem er dann gefolgt ist und dann haben wir die auch tatsächlich gefunden 😉

Das einzig doofe an Victoria war die Parksituation. Das Hostel hatte keinen Parkplatz und an der Straße durfte man nur abends kostenlos parken, so mussten wir um 9 Uhr aus den Feder und erst einmal das Auto umstellen…

Und Sidney haben wir natürlich auch gegrüßt 😉





Reise durch Nordamerika – Teil 1: Seattle

6 03 2010

Soooooooooooooooorry dass es so lange gedauert hat. Hab mich erst mit dem Windows Movie Maker „geprügelt“ bis er endlich das richtige Video ausgespuckt hat und als ich das dann hochladen wollte hat mir Youtube einen Strich durch die Rechnung gemacht, von wegen Urheberrechtsveletzung… Ich wollte einen Teil der Lieder, die im amerikanischen Radio gespielt wurden, als wir im Auto gefahren sind – und wir sind viel im Auto gefahren 😉 – im Hintergrund des ersten Videos laufen lassen, das scheint jedoch nicht erlaubt zu sein, auch wenn man diese Lieder vorher legal erworben hat…
Daher habe ich stundenlang mit dem amerikanischen Recht diskutiert, ob man die Lieder nach Einhaltung der „Fair Use“-Klausel nicht doch einbinden kann, um es dann doch sein zu lassen. Denn das Bedürfnis „weitere Erfahrungen mit der amerikanischen Exekutive zu sammeln“ ist bei mir vorerst befriedigt.

Anyway (DAS WORT im am. Sprachgebrauch schlecht hin, passt immer, insbesondere wenn man den Faden verloren hat, einem in einem Punkt nicht zustimmt, vom Thema ablenken will, das Gespräch beginnen oder beenden will usw.), der Post wird was kürzer, daher ist das erste Video etwas länger, es fasst die Fahrt nach Seattle zusammen, insbesondere, was wir dort alles gesehen haben.

Seattle wurde gegründet, um San Francisco, das zu der Zeit ca. alle 6 Wochen abgebrannt ist, mit Holz zu versorgen. Doch erst der Goldrausch 1896 brachte Seattle enorme Einnahmen, weil Goldgräber auf dem Weg zum Klondike dort einen Zwischenstopp machten und sich ein Gold-schnüffelndes Schwein andrehen ließen 😉

Wir sind 5 Nächte in Seattle geblieben, dort hatten wir im Vergleich mit den anderen Städten die günstigste Unterkunft, haben 15$ pro Nase und Nacht bezahlt und hatten dafür das geräumigste Zimmer unserer ganzen Reise. Unsere Hausgenossen – die dort seit einer Ewigkeit wohnen – Robert (der Landlord), Chris und Terry, Carl, Kelly und Dan waren alle sehr nett. Lediglich in der Nacht vor der Abreise hatte Dan anscheinend etwas über den Durst getrunken und ist auf dem Weg ins sein Zimmer einige Male gegen die Möbel und Ecken und Kanten des Hause gestoßen, sodass wir von dem lauten Poltern aufgewacht sind. Aber zum Glück kann man sein Zimmer ja abschließen.

Es hat jeden Tag leicht geregnet (anscheinend sind 9 von 12 Monaten Regenmonate), dafür war es trotzdem recht warm. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass der Busservice in der Innenstadt kostenlos ist und ein Tagesticket, mit dem man überall hinkommt, nur 4,50 $ kostet.

Ein letzter Hinweis: Wer vermeiden möchte mumifizierte Menschen zu sehen, der sollte den Abschnitt 1.50-2.07 am besten überspringen. Sorry.

Die Hafenkräne sollen übrigens angeblich George Lukas als Inspiration für die AT-Ats in Star Wars gedient haben…

Das zweite Video zeigt die Rückfahrt nach Seattle nachdem wir zuvor in einem Outlettcenter u.a. 5 Levi’s Jeans für 100$ gekauft haben ;). Es ist schön auf die Skyline zu zufahren und zu sehen, wie die Wolkenkratzer immer größer und größer werden…



So, die weiteren Städte Victoria und Vancouver kommen in den nächsten Tagen, hoffe, dass es nun besser mit dem Programm klappt 😉
Eine Sache noch: Es ist hier so warm, dass ich neulich mit einer Badehose bekleidet zum Schwimmbad hin- und mit einer nassen Badehose zurückgegangen bin. Hatte dummerweise die Jeans vergessen einzupacken, so warm war es 😉





Ein Lebenszeichen!

1 03 2010

Ja, ich weiß, lange ist es her seit ich mich hier gemeldet habe.
Aber (man sollte einen Satz nie mit „aber“ beginnen. Aber ich mache das jetzt mal.) um Ausreden bin ich nicht verlegen: Zum einen war da die geile 12-tägige Reise mit Anne, danach, direkt nach der Rückkehr, drei Midterm-Exams (für die ich letztendlich zu viel gelernt habe – das nennt man „verzockt nur andersherum“) und ein wenig Disziplinlosigkeit war auch dabei. Das i-Tüpfelchen ist die neue Pokersucht, mit der ich gerade stark zu kämpfen habe, gepaart mit neuen, phänomenal genialen Erkenntnissen im Bereich der Verhaltensforschung, genauer gesagt Beziehungspsychologie, noch genauer: „der schnellste Weg aus Unbekannten oder neuen Bekannten Freunde zu machen“, die natürlich ausprobiert werden mussten (das funktioniert so gut, dass hier in dem kleinen Zimmer teilweise bis 2 Uhr morgens reger Betrieb herrscht und ich jetzt wohl dringend neue Erkenntnisse in „Wie werde ich sie los in 3 Tagen?“ brauche :)).

Wie dem auch sei, ich stelle mich schon wieder zu sehr in den Mittelpunkt, dabei sollte es heute doch gar nicht um mich gehen, sondern um Euch!
Ich wollte nämlich sagen:

Vielen Dank!

Vielen Dank dafür, dass Ihr Eure kostbare Zeit regelmäßig für mich opfert, für Euer Interesse und die Anteilnahme (trotz keiner Beiträge in den letzten 2 Wochen, wird die Seite ca. 30 Mal pro Tag aufgerufen, WOW!). Vielen Dank für Eure ermutigenden Kommentare, die mich immer freuen und natürlich motivieren weiterzumachen. Sie haben schon mehrere Male meinen Tag gerettet und ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert 😉
Ich muss zugeben, dass ich niemals damit gerechnet habe so viele treue Leser zu haben. Die positive Resonanz ist einfach überwältigend. Es macht Spaß hier zu leben, beobachten und zu schreiben, insbesondere dann, wenn ich weiß, dass auch wenn Ihr weit weg seid, Eure Gedanken dann und wann trotzdem bei mir sind. Egal was hier passiert, ich kann jeder Zeit einfach zurückkommen und habe eine Familie, die mich (auch als Pokermillionär) wieder aufnimmt. Danke!
Ihr fehlt mir sehr!

Und jetzt, wo ich wieder zurück bin, verspreche ich euch, wird es Einträge hageln. Schließlich muss die Geschichte der Reise erzählt werden, die damit angefangen hat, dass wir an der amerikanischen Grenze nur knapp einer 300$ Strafe entgangen sind…
…und damit endet, dass wir von der kanadischen Polizei aus Vancouver eskortiert wurden…

Und, @Josi, den Kaffeebericht habe ich im Kopf schon so gut wie geschrieben (den Tim Hortons Kaffee habe ich dementsprechend auch schon probiert), muss nur noch abgetippt und veröffentlicht werden! Ich bin mir sicher, du wirst deinen Spaß haben 😉